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EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie – Die Bedeutung der Beratung

Der zweite Teil unserer Serie zur Wohnimmobilienkreditrichtlinie dreht sich um die Beratungspraxis: Was ab 21. März 2016 in Kundengesprächen beachtet werden muss.

Der aktuelle Gesetzentwurf zur EU-Wohnimmobilienkreditrichtlinie sieht wesentliche Änderungen vor. Dazu gehören unter anderem konkrete Anforderungen an ein Beratungsgespräch:

  • In den „Vorvertraglichen Informationen“ (VVI) stimmen Sie mit Ihrem Kunden ab, ob eine Beratung gemäß § 511 BGB geleistet werden soll oder eben nur eine Vermittlung bzw. ein Verkauf.

  • Vor Erbringung der Beratungsleistungen haben Sie sich über den Bedarf, die persönliche und finanzielle Situation Ihrer Kunden, deren Präferenzen und Ziele zu informieren. Damit thematisieren Sie mit Ihren Kunden bereits in der Beratung Teile der Kreditwürdigkeitsprüfung, vor allem diskutieren Sie auch mögliche Veränderungen in allen Lebensphasen während der Laufzeit der Baufinanzierung.

  • Es sind verschiedene Darlehensangebote mit Blick auf die gesamte Darlehenslaufzeit zu entwickeln, insbesondere berücksichtigen Sie:
    • Veränderungen bei Einkommen und Ausgaben z.B. durch den Renteneintritt, durch Veränderungen des Arbeitsverhältnisses
    • Aufgeschobene Zins- und Tilgungsleistungen, Ballon-Raten
    • Auslaufende Verbindlichkeiten/Kreditzahlungen
    • Veränderungen des Marktzinses
    • weitere persönliche Faktoren
    Es ist das Angebot zu empfehlen, dass die Bezahlbarkeit der Finanzierung und damit den Immobilienbesitz langfristig sichert.

  • Ihre Beratung und vor allem Ihre Empfehlung sind angemessen zu begründen und zu dokumentieren. (Diese Dokumentation könnte sich evtl. an der bei Lebensversicherungen oder Investmentfonds gängigen Praxis orientieren. Die Vorgaben sind derzeit aber im Vergleich ohne konkrete inhaltliche Angaben. Hauptsächlich geht es um die Dokumentation der Kreditwürdigkeitsprüfung und Ihrer Empfehlung.)

  • Die Dokumentation der Beratung ist unaufgefordert an Ihren Kunden auszuhändigen.

Der Kunde rückt damit erkennbar in das Zentrum der Beratung. Für die Umsetzung kritisieren einige Experten derzeit die mangelnde Präzision des Gesetzentwurfs bei Angaben zum Zeithorizont und den Risikofaktoren.

Des Weiteren sieht der aktuelle Gesetzentwurf strengere Voraussetzungen für “Alte Hasen” vor als der ursprüngliche (siehe Teil 1 unserer Serie). So soll diese vereinfachte Zulassung nur dann gelten, wenn eine Erlaubnis gemäß § 34c Gewerbeordnung (GewO) für die Darlehensvermittlung sowie eine 34c-Erlaubnis für die Grundstücksvermittlung vorliegt. Zuverlässigkeit und Vermögensverhältnisse müssten dann allerdings nicht erneut geprüft werden.

Die Deutsche Bank wird Sie weiter auf dem Laufenden halten, wenn es im Gesetzgebungsverfahren Neues zu berichten gibt. Sprechen Sie gern auch Ihren Vertriebspartnerkoordinator vor Ort an.

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Last Update: 27.10.2015
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